transkript´09 ist ein Kollektiv von und mit Emel Aydoğdu und Carina Langanki. Uns verbindet eine jahrelange Theaterfreundschaft, sodass wir 2015 beschlossen haben, als Kollektiv zusammen zu denken, zu kreieren und zu produzieren.

Wir entwickeln dokumentarisches, politisches und performatives Tanz- und Sprechtheater. Aus Stückentwicklungen, Adaptionen von bekannten Theaterstücken und biografischen Elementen entstehen verschiedene Eigenproduktionen, die sowohl mit Laien als auch mit professionellen Tänzern und Schauspielern realisiert werden.

In unseren Arbeiten führen wir beide Regie. Während Emel hauptsächlich die textliche Ausarbeitung übernimmt und im Zuge der Recherche Interviews in Zusammenarbeit mit den Beteiligten führt, legt Carina legt ihren Fokus auf die Bewegung, Choreografie und Erzählformen mit dem Körper.

Wir wohnen und denken in Bochum. 2015 inszenierten wir in Kooperation mit dem Jungen Schauspielhaus Bochum und der Kulturgrube e.V. mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Tanztheaterstück zum Thema „Sport – Opium für das Volk?“ für das RUHR.Games-Festival. In demselben Jahr entwickelten wir weiterhin Ausschnitte aus „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert für die Jugendprojekttage „70 Jahre Krieg“ in Dortmund, unterstützt vom Jugendamt Dortmund. 2016 durften wir unsere Tanztheaterproduktion „My body is a cage“ in der Zeche 1 in Bochum präsentieren und diese unter anderem beim „HipYo! Festival“ in Herne aufführen.  Im April 2017 feierten wir mit dem Tanztheater-Jugendclub „Krieg“ Premiere am Jungen Schauspielhaus Bochum und nahmen mit diesem am Unruhr-Festival 2017 teil.

Emel Aydoğdu

*1990 in Gaziantep, Türkei, hat kurdisch-alevitische Wurzeln und immigrierte 1995 nach Deutschland, wo sie in Bochum aufgewachsen ist. Nach dem Abitur hospitierte sie bei Armin Petras, Mahir Günsiray, Thomas Laue und Antú Romero Nunes am Schauspielhaus Bochum und Thalia Theater in Hamburg. Sie assistierte an der Folkwang-Universität in Essen, Rottstr.5-Theater in Bochum und Theater unterm Dach in Berlin. Von 2010 bis 2017 studierte sie Szenische Forschung, Moderne & Zeitgenössische Kunst, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Im Zuge ihres Studiums hatte sie Bildungsaufenthalte in Tel Aviv/Jerusalem und Paris. 2010 und 2013 gewann sie den europäischen Jugendkunstausstellungspreis RUHR.2010 und Bochum/Marseille 2013. 2011 wurde sie für ihren Kurzfilm „Meine Oma, Meine Wurzel, Meine Heimat“ von der Staatsministerin Maria Böhme mit dem Sonderpreis der Mercator-Stiftung ausgezeichnet. Aydoğdu inszenierte in der freien Szene hauptsächlich dokumentarische Theaterstücke, die sie mit diversen Ensembles entwickelt hat, wie u.a. „Schlag den Staat“ (2016) in den Flottmann-Hallen in Herne, „Sport – Opium für das Volk?“ für das RUHRGAMES.2015-Festival, „Schwarz auf Weiss“ (2013) im Fritz-Henßler-Haus in Dortmund und „Emine“ (2013) im Theater der Gezeiten in Bochum. Sie war Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung.

Carina Langanki

*1990 in Bochum, schloss 2014 ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Sport- und Gymnastiklehrerin erfolgreich ab und studiert seit März 2015 Soziale Arbeit an der EFH Bochum. Seit 2005 ist sie regelmäßig in Produktionen am Jungen Schauspielhaus Bochum, u.a. unter der Regie von Martina van Boxen, Sandra Anklam, Roderik Vanderstraeten, Samir Akika und Alexandra Morales zu sehen. Die Produktion „DA-HEIM“ von Guido Markowitz und Martina van Boxen wurde 2014 zum Tanztreffen der Jugend der Berliner Festspiele eingeladen. Durch verschiedene Hospitanzen u.a. bei Sandra Anklam, Martina van Boxen, Roderik Vanderstraeten und Arthur Schopa hat sie in den Bereichen Regie sowie Tanz- und Theaterpädagogik vielfältige Erfahrungen gesammelt. 2011 entstand aus dem RUHR.2010-Projekt „Pottfiction“ die Kulturgrube e.V., bei der sie Teil des Vorstandes ist. Seitdem inszeniert und choreografiert sie regelmäßig Tanz- und Theaterstücke (u.a. „Alice im Anderland” im Theater im Depot, Dortmund). Außerdem ist sie Teil der Pottfiction-Gruppe, Tänzerin und Choreografin (Modern Dance/Ausdruckstanz/Hip Hop) und regelmäßig bei verschiedenen Veranstaltungen und Jugendproduktionen des Schauspielhauses Bochum zu sehen. Gemeinsam mit Emel Aydoğdu realisierte sie in Kooperation mit der Kulturgrube e.V. und dem Jungen Schauspielhaus Bochum für das Sport- und Kulturfestival RUHR.GAMES 2015 die Tanz- und Sprechperformance „Sport – Opium für das Volk?”. Weiterhin leitete sie in den Jahren 2015/2016 mit Arthur Schopa die Tanzgruppe des Projekts „Schulen in Bewegung“ und war die choreografische Assistentin von Alexander Riemenschneider in der Produktion „Vater“ am Schauspielhaus Bochum. Zusammen mit der Theaterpädagogin Franziska Rieckhoff leitete sie den Jugendclub „Mädchen wie die“ am Schauspielhaus Bochum und ist aktuell in der Tanztheaterproduktion von Martina van Boxen „Über Gott und die Welt“ als Darstellerin zu sehen.